Das KynoKon-Awareness-Konzept 2026

Das KynoKon-Awareness-Konzept 2026

Was ist Awareness? Wofür gibt es dieses Konzept?

Awareness, vom englischen Wort „aware“ – „bewusst“ steht für einen achtsamen und aufmerksamen Umgang miteinander. Wir wollen auf unserer Veranstaltung einen Raum schaffen, der die Grenzen aller Anwesenden respektiert, demokratisch und diskriminierungssensibel.

Das bedeutet, aufeinander Acht zu geben, zu respektieren, wenn jemand Grenzen kommuniziert, und sich im Zweifelsfall gegenseitig dabei zu unterstützen und die gemeinsame Zeit auf der Konferenz so zu gestalten, dass es für alle eine gute Zeit sein kann. Dazu gehört es auch, sich selbst und deine eigenen Grenzen im Blick zu behalten. Wenn dir beispielsweise ein Thema auf der Konferenz zu viel ist, dich um dich zu kümmern. Es ist jederzeit möglich, den Raum zu verlassen und sich eine kleine Auszeit zu geben.

Wir haben dieses Konzept erstellt, um Transparenz und Bewusstsein für diese Themen zu schaffen. Es geht nicht darum, dass wir erwarten, dass alles ganz doof wird, sondern darum, einen Umgang damit zu haben, wenn etwas passiert. Grenzüberschreitungen und Diskriminierung sind dabei nicht immer bewusste Handlungen der ausübenden Person(en) – Verletzungen können auch unbeabsichtigt und ungewollt passieren.

Als KynoLogisch-Team stehen wir dabei gerne unterstützend zur Seite, ein paar genauere Infos dazu finden sich auf den folgenden Seiten.

 

Grundlagen & Leitgedanken

Definitionsmacht
Definitionsmacht bedeutet, dass wir einer Person glauben, wenn sie sagt, dass ihre Grenzen verletzt wurden oder sie diskriminierendes Verhalten erlebt hat. Betroffene Personen definieren selbst, was ihre Erfahrung ist.

Intersektionalität
Intersektionalität ist ein Blick auf Diskriminierung und (strukturelle/gesellschaftliche) Machtstrukturen, der die Verwobenheit verschiedener Erfahrungen ins Zentrum stellt. Dabei stehen Diskriminierungsarten nicht für sich allein, sondern beeinflussen sich wechselseitig.

Parteilichkeit
Wenn sich jemand an uns wendet, mit der Bitte um Unterstützung bei einer erlebten Grenzüberschreitung/Diskriminierung, arbeiten wir nicht vermeintlich neutral, sondern sind parteilich unterstützend für diese Person da. Wir stellen uns dabei auf die Seite derjenigen, die Diskriminierung erfahren (haben).

Konsens
Wir handeln nur mit dem Einverständnis der Person(en), die sich an uns wenden. Wir können ggf. Vorschläge machen, aber werden nur umsetzen, was sich gewünscht wird/wozu wir Zustimmung bekommen habe.

 

Was bedeutet das auf der KynoKon konkret?

Ruheraum
Es gibt einen Ruheraum auf dem Konferenzgelände, in den du dich zurückziehen kannst, wenn du möchtest. Sprich dafür eine Person aus dem Team an, dann bekommst du Zugang zu dem Raum. Wenn du ein Handy, ein Tablet oder einen Laptop hast, kannst du das Gerät mit in den Ruheraum nehmen, um die Konferenz weiter zu verfolgen. Hunde können nur nach Absprache mit in den Ruheraum genommen werden. Der Zugang zum Ruheraum ist voraussichtlich nur über Stufen möglich.

Chat-Nettiquette
Für die Online-Teilnehmenden der Konferenz gibt es eine Chat-Nettiquette. Sie ist im Online-Konferenz-Raum verlinkt.

Bunte Punkte auf den Namensschildern/Chatfarben
Wir haben ein Punkte- bzw. Farbsystem für alle Teilnehmenden (vor Ort sowie online), mit dem du mitteilen könntest, ob du dich freust, wenn unbekannte Menschen dich ansprechen/dir eine private Nachricht im Chat schreiben, oder ob du das nicht möchtest. Die Legende, welche Farbe was bedeutet, steht zum einen in der Chat-Nettiquette und vor Ort auf Plakaten an verschiedenen Stellen auf dem Konferenz-Gelände.

Was können wir leisten, was nicht
Wir können nicht dafür sorgen, dass keine Diskriminierungen passieren, aber wir können dich dabei unterstützen, wenn du welche erfährst. Diskriminierung und Grenzüberschreitungen passieren in den selteneren Fällen aus böser Absicht. Welche Situation oder Aussage als diskriminierend/grenzüberschreitend gilt, entscheidet die davon betroffene Person. Wir können keine therapeutische Arbeit leisten, sondern sind eine erste Anlaufstelle. Wir unterstützen auf Wunsch dabei, in die Klärung einer Situation zu gehen. Wie das aussehen kann, ist in unserer Leitlinie zu „Konfliktmanagement auf der KynoKon 2026“ genauer aufgeschlüsselt, auf die es vor Ort Zugriff gibt.

Wer ist wie ansprechbar?
Es gibt kein Awareness-Team, alle aus dem KynoLogisch-Team sind im ersten Schritt im Sinne dieses Awareness-Konzepts ansprechbar. Das gesamte Team hat sich im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt, unter anderem mit einem internen Workshop zum Thema „Awareness“ im Vorfeld der Konferenz, und wird nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen. Während der Konferenz sind die Team-Mitglieder vor Ort an ihren Namensschildern erkennbar, außerdem über die Telefonnummer erreichbar, über das Formular oder über den Online-Chat.

Telefonnummer
Du erreichst an den Konferenztagen 6:00-22:00 Uhr Karen Körtge aus dem Team über das Awareness-Telefon. Leider ist der Handyempfang in den meisten Netzen nicht an allen Orten auf und um das Konferenz-Gelände gleich gut – überall stabil ist einzig das Netz von o2. Das Telefon ist auch für Online-Teilnehmende erreichbar. Die Nummer wird vor Ort bekannt gegeben.

Formular während der Konferenz
Während der Konferenz steht allen Teilnehmenden (vor Ort und online) ein Online-Formular zur Verfügung, über das auch anonymisierte Meldungen an uns erfolgen können. Bedenke, dass eine anonyme Meldung uns keine Möglichkeit bietet, für Rückfragen oder weitere Klärungen mit dir in Kontakt zu treten.

Was passiert, wenn du dich an uns wendest?
Wenn du dich an uns (das KynoLogisch-Team) wendest, weil du diskriminierendes oder grenzüberschreitendes Verhalten erlebt oder beobachtet hast, hören wir dir zuerst einmal zu. Dabei bewerten wir deine Erfahrung/Beobachtung nicht und stellen sie auch nicht in Frage. Gemeinsam überlegen und besprechen wir, welche Maßnahmen getroffen werden können. Dabei entscheidest du, was die passenden Schritte sind und was du möglicherweise auch nicht möchtest. Das, was du mit uns teilst, behandeln wir vertraulich.

Hinweis zum Veranstaltungsgelände
Das Schloss und Gut Ulrichshusen, wo die KynoKon vor Ort stattfindet, ist auch parallel zur Konferenz ein Hotel mit normalem Gästebetrieb. Das bedeutet, dass nicht alle Menschen, die auf dem Gelände unterwegs sind, Teil der KynoKon sind.

Hinweise zu Barrieren vor Ort
Es gibt die Möglichkeit, für den Livestream der Veranstaltung Untertitel einzuschalten.

Wir haben folgende Infos vom Veranstaltungsort zu den Barrieren vor Ort erhalten:

Barrierefreie Zugänge gibt es auf dem Gut in allen Gebäuden außer den Ferienwohnungen, ebenso die entsprechenden Aufzüge. Ein behindertengerechtes WC gibt es in der Wassermühle. Es gibt 3 behindertengerechten Zimmer auf dem Gut, zwei in der Wassermühle, eins im Hanghaus. Wenn jemand beispielsweise einen Rollator hat oder Rollstuhlfahrer*in ist, Hilfe bei sich hat und sich mit einem Rollator im Bad bewegen kann, gehen auch alle Gutshauszimmer aufgrund ihrer Geräumigkeit.

Wenn du konkretere Fragen dazu hast, wende dich gerne an uns, dann können wir diese an den Veranstaltungsort weiterleiten.

Nach der Konferenz

Du kannst uns auch nach der Konferenz noch erreichen, wenn es Erlebnisse gibt, die du an uns herantragen möchtest. Das ist anonymisiert möglich, oder mit einer Option für uns, dich zu kontaktieren.

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